Sonntag, 29. Juli 2007

Es werde hell!

Liebe Freundinnen und Freunde,
schon lange liegt mir auf der Seele, was auszusprechen mir bisher nicht angezeigt erschien. Ich glaube, ich bin erleuchtet! Anders kann ich mir die Helligkeit, die plötzlich mein Leben umgibt, nicht erklären. Auf einmal ist alles ganz leicht und die Worte sprudeln nur so aus meinen Tasten und purzeln über den Bildschirm, dass es eine Freude ist, dabei zuzusehen. Was, zum Teufel ist in mich gefahren und über mich gekommen, dass ich nicht mehr schweigen kann und der Welt mitteilen muss, was ich gesehen habe? Ich sah Waldorfsalatschüsseln in Boxringen, Eurythmisten mit Ohrstöpseln, riesige Leinwände bemalt mit blaugelber Lebensmittelfarbe, Kunst in höchster Vollendung und die Videoleinwände im großen Saal des Schilleranums. Liebe Gemeinde, es war offenbar Bruce Willis, der alte Apo-Recke, der Vorreiter des Calypso, der unter den Klängen der von Britney Spears mit letzter Kraft herausgequetschten Opernarie des Tannenheulers den letzen Tango von Paris auf der Drehleier intonierte. Es war so großartig, dass ich vor Begeisterung beinahe die Bildzeitung verschluckt hätte, in die ich gerade mein Abendbrot einschlagen wollte. Stattdessen schlug ich erst einen Gedanken aus dem Kopf und dann einen Weg ein, der mich direkt zur Erleuchtung führte. Und da bin ich nun und kann nicht anders. Verzeihen Sie, dass die Pferde mit mir durchgefallen sind, sie haben es auch nicht besser verdient. Ich jedenfalls werde gleich morgen dem Dalai Lama meine Aufwartung machen und ihn fragen, ob er nicht Gründungslehrer meiner Montessori-Schule werden will.
Ich bin bei Euch und werde Euch immer gern haben, ihr könnt mich übrigens auch mal gern haben, ich bitte sogar darum. Denn erst dann kann und werde ich zur höchsten Auflaufform gerinnen, die mir möglich ist. Und ihr dürft alle gemeinsam mit mir und Britney singen: Gugl Hupf!
Euer Pater Kneippbach

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Oh, lieber Pater Kneippbach; wie gut dass ich mal wieder hier vorbeikomme. Ich war Ihnen nicht untreu geworden, Oh nein! nur hatte mich der Trott des Alltäglichen zu sehr mitgenommen.
Was Sie da heute schreiben, muss ich mir häppchenweise durchlesen; Sie schreiben von so hohen Dingen , die ich kaum gehört oder gelesen habe.
Das finde ich grade so wunderbar bei Ihnen, sie bauen einen innerlich, verstehen Sie was ich damit meine,auf; ich fühle mich auf einmal ganz anders, beim Lesen Ihrer Zeilen .Noch nie hat jemand so zu mir gesprochen.Ich wage es kaum auszusprechen: mein grösster Wunsch wäre, auch
zu einer Erleuchtung zu kommen. Meinen Sie dass ich das schaffen könnte!
Ihre Susi Schäfer

Anonym hat gesagt…

Liebe Susi,
danke für Ihre lieben Zeilen. Ja, das Alltägliche, das zieht uns schon manchmal ganz schön ab vom Licht! Und manchmal stimmt eben der gute alte Spruch, dass der Feldweg das Ziel ist, nicht mehr. Denn ganz im Gegenteil befinden wir uns längst auf der Autobahn in Richtung "Ende der Ausbaustrecke". Manche bezeichnen das natürlich auch anders und nennen es dann Mündung oder so. Es ist spirituell gesehen, eine Art Geisterfahrung, denn schließlich kommen uns etliche entgegen, die immer noch meinen, sie wären auf der richtigen Spur, dabei sind sie nur im Stau. Aber die Erleuchtung ist schon da. Mit Johannes möchte ich sagen: Ja, dreht um. Wendet Eure Karre. Rast mit mir und rastet nicht. Ihr steht im Stau und grämt Euch. Ich bin das Licht, rufen euch die Geist-erfahrer zu! Mit den Worten des Dichters ausgedrückt: Wir sind nicht blau, wir sind nicht rot, trari trara, wir sind schon da!
Also, liebe Susi, geben Sie nicht auf, auch für Sie naht Rettung.
Ihr Pater Kneippbach

Anonym hat gesagt…

Ach Herr Pater, wie schön klingen Ihre Worte!
Sie (die Worte)haben mich wieder aufgebaut und geben mir die Hoffnung, dass ich eines Tages aus diesem Alltäglichen herauskomme.
Mein Glaube an das Höhere bleibt, obwohl alle die in meiner Umgebung sind nicht an solche Dinge glauben. Wenn ich zaghaft mal Fragen habe oder etwas von mir gebe, dann heisst es gleich:
"Wat red'ste denn da für 'nen Stuss,Susi .
Sie sehen, in dieser Welt bin ich, aber eigentlich bin ich in einer anderen. Wat nu?

ULI hat gesagt…

Hochwürdigster Pater,
als immer wieder aus den Höhe der Erkenntnis Herabgeworfener sehe ich zwei Erklärungen dafür:
Sie haben Ihre Brille geputzt,
Sie hatten im Handgepäck aus Beirut zu viel Erleuchtungshilfen, sollte dies stimmen teilen sie mir doch bitte mit, wie sie die durch die Flughafenkontrolle gebracht haben, damit ich eine Möglichkeit habe, nach langer Zeit auch wieder der Erleuchtung teilhaftig zu werden